Identitätskrise als Teil eines Neuanfangs?

Einführung

Die jährliche Sinterklaas Brand and Product Studie der European Race and Imagery Foundation (ERIF) zeigt die Entwicklung und Relevanz des (Zwarte) Piet-Charakters sowie die Entwicklung von Diskussionen über Rasse, Rassismus und Inklusion in den Niederlanden.

Das Projekt begann im Jahr 2015, als der ERIF die Studie startete um betroffenen Eltern mitzuteilen, welche Produkte sie für die Sinterklaas-Saison kaufen könnten, ohne auf Blackface-Bilder stoßen zu müssen. Zu dieser Zeit war es auch die Absicht des ERIFs bestimmte Marken und Unternehmen zu überwachen, die versprachen, diese Blackface-Bilder von ihren Verpackungen- und aus ihren Werbekampagnen zu entfernen. Unsere Studie hat sich im Laufe der Zeit entwickelt, um zu untersuchen wie jedes Geschäft und jede Marke die sich ändernden Einstellungen und Diskussionen zu Sinterklaas und Zwarte Piet steuert, durch wie es seine verschiedenen Produkte anzeigt, verpackt und vermarktet. Dies bietet einen Überblick über die allgemeinen Einstellungen zu Kultur, Tradition, Macht und Rassenbeziehungen in den Niederlanden.

Seit der ersten Ausgabe, die im Januar 2016 veröffentlicht wurde, hat der ERIF weitere vier Berichte veröffentlicht, einschließlich die in diesem Jahr veröffentlichten Studie: Fünf Jahre Überwachung von Blackface auf dem Markt. Der diesjährige Bericht baut auf den Innovationen der vergangenen Jahre – vor allem aus dem letzten Jahr – auf und enthält einen breiteren Kommentar zum (niederländischen und/oder europäischen) gesellschaftspolitischen Kontext des Anti-Schwarz-Rassismus durch Beiträge führender Aktivisten und Denker zu diesem Thema.

Essays und Statements von Karlijn Volke, Nurulsyahirah Taha (@syataha), Xavier Donker (OCAN), Mariam El Maslouhi (Dipsaus und KOZP, Den Haag), Levi Ommen (Afro Student Association, Universität Leiden), Gloria Holwerda-Williams (InterNational Anti-Racism Group) und Quinsy Gario fügen den statistischen Daten und der Analyse unseres Berichts jeweils sehr interessante und kritische Perspektiven hinzu.

Übersicht der Ergebnisse

Über einen Zeitraum von fünf Jahren zeigen unsere Daten, dass der Prozentsatz der Sinterklaas-Produkte die keine Referenzen des Piet-Charakters aufweisen, von Jahr zu Jahr schwankt, diese Produkte jedoch insgesamt eine marktbeherrschende Rolle spielen. In der Zwischenzeit nehmen Produkte ab, die Bilder von echten weißen Menschen in Blackface reproduzieren.


Jährliche Daten zeigen Produkte pro Note (‘Grade’) (%) 2015-2019. Note 1 = keine sichtbaren Verweise auf den Piet-Charakter auf einem Sinterklaas-Produkt oder in einer Werbung, Note 5 = weiße Pieten mit rußigen Gesichtern, Note 7 = echte schwarze/farbige Menschen/Cartoons als Pieten charakterisiert mit nicht-weißem Hintergrund oder mit rassistischen Merkmalen, Note 8 = Verwendung von Bildern mit einer realen weißen Person in Blackface und anderen rassistischen, stereotypen Darstellungen einer Person afrikanischer Herkunft als Zwarte Piet-Figur auf einem Sinterklaas-Produkt oder in einer Werbung. Die anderen Noten zwischen 1 und 8 zeigen eine allgemeine Gradierung zu immer problematischeren Versionen des Piet-Charakters, die in der Verwendung von Rassenstereotypen und Blackface gipfelt.

In die vollständige Studie führen wir diese Ergebnisse näher aus, um zu zeigen wie:

  • Bestimmte Geschäfte, wie Albert Heijn und HEMA, zunehmende Übereinstimmung mit ihrer Investition in eine neue Sinterklaas-Erzählung anzeigen, die einen „rußigen“ Piet-Charakter (roetveegpiet) aufweist.
  • Andere Marken und Geschäfte wie Jumbo und Blokker einen ambivalenteren Ansatz durch die Werbung für Produkte, die eine Vielzahl von Charakterisierungen veranschaulichen, anzeigen.
  • Auch wenn wir uns mit dem Festival von der Schwarzkarikatur von Menschen afrikanischer Herkunft entfernen, halten Geschäfte wie PLUS und XENOS diese rassistische Erzählung bis zu einem gewissen Grad aufrecht.

Lesen und diskutieren!

Erfahren Sie mehr über unsere Analyse, die spezifischen Geschäfte, lesen Sie die Aufsätze und sehen Sie die Ergebnisse der Feldarbeit, nur in die vollständige Studie, der hier zum Download (auf Englisch)  zur Verfügung steht.

Außerdem diskutiert Dr. Bel Parnell-Berry (ERIF-Vorsitzender) die Forschung in einer kürzlichen Folge des Surviving Society Podcasts. Weitere Informationen finden Sie hier.